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Multiple Sklerose

Informationen für Betroffene

Entstehung

Die Ursachen der Multiplen Sklerose sind bislang ungeklärt. Fest steht jedoch, dass bei diesem Krankheitsbild spezifische Abwehrzellen, mit denen das körpereigene Immunsystem normalerweise auf eindringende Krankheitserreger reagiert, falsch programmiert sind, sodass sie statt fremder Strukturen eigene (nämlich das Myelin der Markscheide und myelinbasische Eiweiße) bekämpfen.

Ihren Ursprung nimmt die Multiple Sklerose demzufolge im Thymus, einem Organ des Lymphsystems, in dem die T-Zellen (Untergattung der weißen Blutkörperchen) konditioniert werden. Die dort falsch geprägten T-Zellen können nach Überwinden der Blut-Hirn-Schranke ihr aggressives Potential besonders wirkungsvoll entfalten, da sie sich im Hirngewebe vermehren. Dies ist u. a. auch deshalb möglich, weil eine Produktion regulatorischer T-Zellen, die dem Entzündungsprozess entgegenwirken könnten, nicht stattfindet.

Ungeachtet dieser in der Literatur einschlägig beschriebenen Vorgänge sind die konkreten Faktoren, die die Entstehung der aggressiven Antikörper beeinflussen, unbekannt. In der Vergangenheit wurden daher zahlreiche Thesen zur Entstehung der Multiplen Sklerose diskutiert und entsprechende Studien durchgeführt. Hierbei konnte u. a. gezeigt werden, dass die Erkrankung zwar nicht direkt vererbt wird, wohl aber eine genetische Disposition für diese besteht: Kinder, deren Eltern an einer MS leiden, weisen z. B. ein zwanzigfach höheres Erkrankungsrisiko auf. Ähnliches gilt für eineiige Zwillinge, von den der jeweils andere eine 25%ige Erkrankungswahrscheinlichkeit besitzt, wenn bei seinem Geschwister die Krankheit bereits besteht. Über diese Faktoren hinaus wurde auch die Rolle des Epstein-Barr- sowie des Herpes-Virus HHV-6 intensiv untersucht. Auch wenn sich kein eindeutiger Auslöser der MS bestimmen lässt, so liegt zum gegenwärtig Zeitpunkt die auch von der Deutschen Multiplen Sklerose Gesellschaft (DMSG) vertretene Vermutung nahe, dass ein ganzer Verbund von Faktoren die Krankheitsgenese bedingt. (msf)

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